Tipps & Tricks
Was gute Spieler anders machen. Die Tipps stammen aus den Faustregeln der Bots und aus dem, was das neuronale Netz in 33 Millionen Spielen gelernt hat. Wo es geht, mit Zahlen.
Mitzählen ist alles
Fast jedes Spiel endet mit einer Ansage. Wer seine Augen nicht im Kopf hat, sagt zu spät an oder gar nicht. So enden 4.000 Spiele zwischen dem Netz und dem Suchbot:
- 66 angesagt 93,5 %
- Zudrehen gescheitert 3,3 %
- ausgezählt nach dem letzten Stich 3,1 %
- unentschieden 0,1 %
- Zähl deine Augen nach jedem Stich. Merk dir auch vorgemerkte Ansagen: Die 20 oder 40 zählen erst ab deinem ersten Stich.
- Zähl die Augen des Gegners mit. Braucht er nur noch wenige, darfst du ihm keinen Stich mit Ass oder Zehn mehr schenken.
- Verfolge Asse und Zehnen. Es gibt nur acht davon, und sie tragen 84 der 120 Augen. Weißt du, welche schon gefallen sind, weißt du, welche Karten noch stehen.
Anfangs hilft die Trainingshilfe „Meine Augen mitzählen“ in den Einstellungen. Schalte sie später aus: Im echten Spiel zählt niemand für dich.
Billig ausspielen, solange der Talon offen ist
Solange nachgezogen wird, muss dein Gegner weder bedienen noch stechen. Spielst du ein Ass aus, kann er es mit der kleinsten Trumpfkarte nehmen. Die Faustregel lautet deshalb: Spiel eine Karte aus, die wenig zählt, kein Trumpf ist und zu keinem möglichen Paar gehört.
Das Netz bricht diese Regel öfter als die Suchbots: Es spielt in 36 % seiner Ausspiele ein Ass oder eine Zehn, der Suchbot in 30 %. Der Grund: Eine Zehn, deren Ass schon gespielt ist, kann der Gegner nur mit Trumpf nehmen, und jeder Trumpf, den er dafür hergibt, fehlt ihm später. Eine hohe Karte auszuspielen ist gut, wenn sie steht, also keine höhere Karte ihrer Farbe mehr im Spiel ist.
Nicht jeden Stich nehmen
Der größte Unterschied zwischen dem Netz und dem Suchbot: Das Netz lässt öfter einen Stich liegen, den es nehmen könnte. Nur in 76 % der Fälle sticht es, der Suchbot in 85 %. Solange der Talon offen ist, gilt:
- Liegen nur wenige Augen im Stich, lohnt kein Trumpf. Wirf eine Neun oder einen Buben ab.
- Liegt ein Ass oder eine Zehn im Stich, ist das einen kleinen Trumpf wert.
- Kannst du in Farbe übernehmen, etwa eine Zehn mit dem Ass, tu es: Augen ohne Trumpf.
- Braucht dein Gegner nur noch wenige Augen, nimm den Stich, auch wenn es teuer ist. Sonst sagt er gleich 66 an.
- Willst du ans Ausspielen kommen, um ein Paar anzusagen oder die Neun zu tauschen, lohnt auch ein kleiner Stich.
Trümpfe sind im zweiten Teil des Spiels die wertvollsten Karten. Wer sie früh für kleine Stiche verbraucht, steht nach dem Zudrehen ohne da.
Paare und Ansagen
Eine Ansage bringt so viel wie zwei gute Stiche. Behandle König und Dame deshalb als Einheit:
- Reiß kein Paar auseinander. Eine Dame, deren König noch kommen kann, ist mehr wert als ihre 3 Augen.
- Hol dir früh einen Stich. Ohne Stich bleibt die Ansage vorgemerkt, und du kannst mit ihr nicht auf 66 kommen.
- Sag an, bevor du zudrehst. Nach dem Zudrehen ist keine Ansage mehr erlaubt.
- Spiel die Dame aus, behalte den König. Der König sticht mehr.
Die Trumpf-Neun
Die Trumpf-Neun zählt nichts, aber gegen die offene Trumpfkarte getauscht wird sie oft zu Ass oder Zehn. Tausch, sobald du darfst. Nur wenn die offene Karte selbst klein ist, lohnt es kaum.
Ein Beispiel aus dem Training des Netzes: Trumpf ist Karo, offen liegt das Karo-Ass. Die Hand hält Karo-König, -Dame, -Bube und -Neun.
Das Netz schwankt zwischen „40 ansagen“ und „erst die Neun tauschen“, fast halbe-halbe. Beides ist richtig, denn wer erst tauscht, kann im nächsten Ausspiel immer noch ansagen, und hat dann das Trumpf-Ass auf der Hand. Mehr dazu auf der Bot-Seite.
Wann zudrehen
Zudrehen ist die schärfste Waffe im Spiel. Das Netz und der Suchbot drehen beide in gut einem Drittel ihrer Spiele zu (35 % und 37 %) und gewinnen danach in über 90 % der Fälle. Sie tun es also oft, aber nur, wenn es sicher ist. Im Schnitt liegen beim Zudrehen noch 5 bis 6 Karten im Talon.
Dreh zu, wenn:
- du die fehlenden Augen mit deinen Karten sicher holen kannst, auch wenn der Gegner bedienen und überstechen muss. Hohe Trümpfe und stehende Asse zählen dafür am meisten.
- dein Gegner noch keinen Stich hat: Dann bekommst du bei Erfolg oft 3 Punkte, weil er Schwarz bleibt. Aber Vorsicht, bei Misserfolg bekommt er ebenfalls 3.
- dein Gegner kurz vor 66 steht und du ihm das Nachziehen guter Karten nehmen willst.
Dreh nicht zu, wenn du auf Glück hoffst. Ein gescheitertes Zudrehen kostet immer mindestens 2 Punkte, mehr als die meisten verlorenen Spiele.
Das Endspiel
Ist der Talon leer, kennst du die Hand deines Gegners genau, wenn du mitgezählt hast: Es sind die Karten, die weder gespielt wurden noch bei dir sind. Ab hier ist Sechsundsechzig ein Rechenspiel, und die Bots rechnen es exakt.
- Zieh zuerst die Trümpfe. Hast du die höchsten Trümpfe, spiel sie aus, bis der Gegner keine mehr hat. Danach stehen deine Asse und Zehnen.
- Achte auf Fehlfarben. Bedient der Gegner nicht, hat er die Farbe nicht mehr. Das gilt auch nach dem Zudrehen, wenn der Talon noch nicht leer ist.
- Denk an den letzten Stich. Wurde nicht zugedreht, bringt er 10 Augen. Das entscheidet knappe Spiele.
Die Trainingshilfe „Gespielte Karten anzeigen“ blendet eine Übersicht ein, welche Karten schon gefallen sind. Damit lässt sich das Mitdenken gut üben.
Die Partie
Spielt man anders, wenn es 6 zu 5 steht? Eine Variante des Netzes bekam den Partiestand als Eingabe und wurde darauf trainiert, Partien zu gewinnen statt Punkte zu sammeln. In Partien gegen das normale Netz gewann sie nicht öfter. Der einfache Rat: Spiel jedes Spiel so, dass es möglichst viele Punkte bringt. Der Rest ergibt sich.
Üben mit dem Bot
- Tipp: Der Knopf zeigt, welchen Zug das Netz wählen würde, wie sicher es sich ist und warum, wenn eine Faustregel dasselbe sagt.
- Bewertungsgrafik: Zeigt nach jedem Zug, wie das Netz die Stellung einschätzt, und bewertet deine Züge. Am Ende des Spiels siehst du deine größten Fehler.
- Bot spielt mit offenen Karten: Du siehst die Hand des Bots und lernst, warum er so spielt, wie er spielt.
- Stufen: Fang mit Mittel an. Wer gegen Stark und Neuronal auf Dauer mehr als die Hälfte der Partien gewinnt, spielt richtig gut.